Strickdecke Baby: Anleitung und gute Tipps

Aktualisiert am von Selda Bekar

Anleitung für Stickdecke Baby
Wir erklären, wie Sie ganz einfach und auch als Anfänger eine wunderschöne Strickdecke fürs Baby anfertigen können.

Ihre Babyausstattung ist noch nicht komplett? Oder Sie suchen nach dem idealen Geschenk zur Geburt? Dann schnappen Sie sich doch Wolle und Stricknadeln und stricken Sie eine kuschelige Babydecke! Schließlich werden gerade am Anfang immer und überall Decken gebraucht. Und eine handgemachte Strickdecke ist ein echtes Einzelstück, das das Baby lange begleiten kann. Dabei ist es auch überhaupt nicht schwer, eine Babydecke zu stricken. Wir zeigen Ihnen, wie es geht und worauf Sie achten sollten.

Galten Stricken und Häkeln lange Zeit als altbackenes Hobby von Omas, sind inzwischen selbstgestrickte Stücke wieder schwer angesagt und sehr begehrt. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass fleißig Babyschuhe, Söckchen, Mützen, Jäckchen und andere Dinge gestrickt werden, wenn Nachwuchs unterwegs ist.

Doch auch Babydecken stehen hoch im Kurs. Anders als bei Kleidung, die schnell zu klein sein kann, hat das Baby schließlich deutlich länger etwas von einer Strickdecke. Praktisch ist sie obendrein. Und weil eine Kuscheldecke letztlich nur ein simples Viereck ist, eignet sie sich auch optimal als Projekt für Anfänger und alle, die schon länger keine Stricknadeln mehr in der Hand hatten.

Welche Wolle eignet sich für Babys Strickdecke?

Beim Gedanken an eine Strickdecke für ein Baby haben die meisten ein sehr weiches, kuscheliges und dickeres Garn vor Augen. Schließlich soll es das kleine Würmchen schön warm haben.

Doch Säuglinge und auch kleine Kinder können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren. Denn ihre Schweißdrüsen sind noch nicht vollständig ausgebildet. Neugeborene haben zwar eine natürliche Fettschicht, die ihnen dabei hilft, mit der plötzlich stark veränderten Temperatur bei der Geburt zurechtzukommen. Aber auch wenn sie es später warm mögen und brauchen, darf es unter der Decke nicht zu heiß werden.

Wichtig ist deshalb ein Material, das sowohl behaglich als auch atmungsaktiv ist und die Temperatur ausgleichen kann. Gut geeignet sind zum Beispiel folgende Qualitäten:

Baumwolle

Baumwolle kratzt nicht, kann Feuchtigkeit aufnehmen und löst nur äußerst selten Allergien aus. Außerdem verträgt Baumwolle auch gut Wäschen bei höheren Temperaturen. Und anders als früher sind inzwischen Baumwollgarne erhältlich, die so ausgerüstet sind, dass sie wunderbar weiche und kuschelige Strickgewebe ergeben. Wer möchte, kann sogar Bio-Baumwolle verarbeiten.

Ein leichtes Baumwollgarn ist für eine dünne Strickdecke für ein Sommerbaby ideal. Soll die Decke etwas dicker und wärmer werden, ist ein Kettgarn aus Baumwolle eine schöne Alternative.

Bei einem Kettgarn sind die Fäden locker versponnen und sehen aus wie geflochtene Schnüre oder gehäkelte Luftmaschen. Dadurch ist das Garn flauschiger und hat mehr Volumen. Weil es außerdem mehr Luft einschließt, hält es auch die Wärme besser.

Baumwoll-Mischungen

In Mischgarnen kommen die positiven Eigenschaften der verwendeten Fasern zusammen. Für eine dünne, sommerliche Decke eignen sich zum Beispiel Mischungen aus Baumwolle und Bambus, Lyocell und Modal sehr gut. Auch die Kombination aus Baumwolle und Seide ist für eine Babydecke eine gute Wahl.

Eine Kuscheldecke für die kühlere Jahreszeit können Sie mit einem Garn stricken, das Kaschmir oder Schurwolle enthält. Die Wolle macht das Garn weich und warm, während die Baumwolle dafür sorgt, dass die Decke problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden kann.

Merinowolle

Merinowolle wärmt, wenn es kalt ist, und kühlt, wenn es warm ist. Außerdem ist sie herrlich leicht, kratzt nicht und lädt sich nicht elektrostatisch auf. Und Merinowolle muss nicht so oft gewaschen werden. Denn sie ist von Natur aus schmutz- und wasserabweisend.

Deshalb genügt es meistens, die Babydecke gut auszulüften. Am besten klappt das bei feuchter Witterung. Dadurch wird nämlich der Selbstreinigungseffekt der Wollfasern aktiviert. Muss die Babydecke doch mal durchgewaschen werden, ist das sanfte Wollwaschprogramm der Waschmaschine oft schonender als eine Handwäsche.

Baby-Wolle

Im Fachhandel gibt es Strickgarne, die eigens für Babysacken entwickelt wurden. Die Garne bestehen zwar oft nicht aus Naturfasern, sondern zum Beispiel aus Acryl. Aber dafür sind sie weich und hautfreundlich. Außerdem sind sie speichelecht, pflegeleicht und enthalten keine Schadstoffe.

Deshalb können für die Strickdecke Baby-Garne durchaus eine gute Alternative zu Naturgarnen sein. Zumal sie auch vom Preis her oft nicht so hoch sind wie zum Beispiel reine Merinowolle.

Generell gilt: Garne und Wollen, die fusseln oder haaren, sind für eine Babydecke nicht geeignet. Gleiches gilt für Garne mit langen Fransen. Denn die Flusen könnten in die Atemwege des Babys gelangen.

Wie groß sollte die Babydecke sein?

Eine Babydecke kann an vielen Stellen zum Einsatz kommen. So kann das Baby mit der Strickdecke zugedeckt werden, wenn es in seinem Bettchen schläft. Daneben kann das Würmchen nach dem Baden, beim Stillen, beim Herumtragen und beim Kuscheln auf der Couch in die Decke eingewickelt werden.

Beim Spaziergang kann die Strickdecke den Kinderwagen als Überdecke zieren, während einer Autofahrt kann sie das Baby warmhalten. Später kann die Strickdecke als Unterlage dienen, wenn das Baby seine ersten Krabbelversuche unternimmt. Genauso kann die Decke zum Schmusetuch werden, wenn das Kind schon etwas größer ist und seine ersten Nächte alleine im Kinderzimmer schläft.

Die Größe Ihrer Babydecke können Sie auf den Zweck abstimmen. Soll es eine kleine Decke werden, die die Geschenke zur Geburt vervollständigen und später als Schmusetuch verwendet oder als Andenken aufgehoben werden soll, reicht eine Größe von 50 x 50 cm aus.

Für eine Kuschel- und Schlafdecke, die länger in Gebrauch bleiben kann, hat sich ein Format von 80 x 80 cm oder 100 x 100 cm bewährt. Sie können aber auch erst eine kleinere Strickdecke anfertigen und sie später vergrößern, indem sie eine Umrandung hinzufügen. So wächst die Decke mit dem Kind mit.

Die Materialien für die Baby-Strickdecke

Besonders lang ist die Liste für die gestrickte Babydecke nicht. Alles, was Sie brauchen, ist:

  • Strickgarn
  • Stricknadeln
  • Nadel mit stumpfer Spitze zum Vernähen der Fäden
  • Schere
  • Maßband

Die Menge an Strickgarn richtet sich nach der Größe, die Sie für die Strickdecke planen. Für eine 80 x 80 cm große Babydecke sollten Sie aber mit ungefähr 400 Gramm Strickwolle rechnen.

Bei der Farbe haben Sie freie Auswahl. So können Sie sich an den klassischen Farben orientieren und Rosa für ein Mädchen und Blau für einen Jungen nehmen. Wenn Sie das Geschlecht noch nicht wissen oder die Decke neutral halten möchten, sind Weiß und Creme, Beige, Gelb, Mint oder Grau gut geeignet. Aber selbstverständlich können Sie die Babydecke auch in einer kräftigen Farbe stricken oder ein buntes Design gestalten.

Was die Stricknadeln angeht, können Sie entweder mit einer Rundstricknadel oder mit langen Stricknadeln arbeiten. Letztere werden auch Jackennadeln genannt. Hier bleibt es Ihrer Vorliebe überlassen, wofür Sie sich entscheiden.

Ein Tipp aber noch: Wählen Sie die größere Nadelstärke, die laut Banderole empfohlen wird. Wenn Sie eher fest stricken, können Sie sogar noch eine halbe Nadelstärke höher gehen. Durch die dickeren Nadeln werden die Maschen lockerer und das Strickgewebe weicher.

Die Anleitung für eine Strickdecke fürs Baby

Die Baby Strickdecke arbeiten wir in Reihen. Und wir stricken im Perlmuster. Genau genommen, ist es das kleine Perlmuster. Dieses Muster hat den Vorteil, dass es auf beiden Seiten gleich aussieht, wodurch auch die Babydecke beidseitig genutzt werden kann.

Außerdem entstehen schöne Ränder, die sich nicht einrollen und nicht weiter bearbeitet werden müssen. Gleichzeitig ist das Perlmuster sehr einfach zu stricken, denn es besteht nur aus rechten und linken Maschen. Mitzählen müssen Sie dabei nicht. Aber der Reihe nach!

Die Maschen anschlagen

Anders als sonst bei Strickarbeiten üblich, können Sie sich eine Maschenprobe sparen. Denn bei einer Strickdecke für ein Baby kommt es nicht auf den Zentimeter an. Deshalb können Sie von den Angaben ausgehen, die auf der Banderole Ihres Garns stehen.

Die Angaben beziehen sich zwar auf glatt rechts Gestricktes. Durch das Perlmuster wird das Maß minimal abweichen. Aber bei der Strickdecke macht das nichts.

Die Anzahl der Maschen, die auf der Banderole für 10 cm angegeben ist, multiplizieren Sie mit der gewünschten Breite Ihrer Decke. Ergeben zum Beispiel 24 Maschen 10 cm und soll Ihre Babydecke 80 cm breit werden, rechnen Sie 24 Maschen x 8 = 192 Maschen.

Das ist die Anzahl an Maschen, die Sie eigentlich brauchen. Für das Perlmuster arbeiten Sie aber mit einer ungeraden Anzahl. Deshalb schlagen Sie eine Masche mehr an.

Um die Maschen anzuschlagen, nehmen Sie Ihre Stricknadel doppelt. Bei Jackennadeln legen Sie also beide Stricknadeln nebeneinander, bei einer Rundstricknadel nehmen Sie beide Enden zusammen. Dann schlagen Sie die errechnete Anzahl an Maschen an. In unserem Beispiel wären das 193 Maschen.

Haben Sie die Maschen auf den Nadeln, ziehen Sie eine Nadel heraus. Der Anschlag auf der doppelten Nadel sorgt für eine elastische Kante. Außerdem sind die Maschen größer und lassen sich einfacher abstricken.

Die Babydecke stricken

Gleich in der ersten Reihe beginnen Sie mit dem kleinen Perlmuster. Dafür stricken Sie immer abwechselnd eine Masche rechts und eine Masche links. Die letzte Masche der Reihe ist eine rechte Masche.
Die Rückreihe und alle anderen Reihen stricken Sie wie die erste Reihe. Sie stricken also immer:

*1 Masche rechts, 1 Masche links* im Wechsel, enden mit 1 Masche rechts

Das Ganze machen Sie solange, bis Ihre Baby-Strickdecke die gewünschte Länge erreicht hat.

Die Maschen abketten

Ist Ihre Decke lang genug geworden, ketten Sie die Maschen ab. Arbeiten Sie die Maschen dabei möglichst locker, damit die Kante nicht zu fest wird. Wenn Sie möchten, können Sie fürs Abketten auch etwas dickere Stricknadeln verwenden. Dadurch werden die Maschen automatisch lockerer.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie etwa alle fünf Maschen einen Umschlag einfügen. Den Umschlag ketten Sie wie eine normale Masche ab. Auch das sorgt für einen elastischen Rand.

Zum Schluss schneiden Sie den Faden ab und ziehen ihn durch die letzte Masche. Dann müssen Sie nur noch die Fäden ordentlich vernähen. Damit ist die Strickdecke fürs Baby fertig!

Andere Muster für eine gestrickte Babydecke

Die Babydecke im Perlmuster ist natürlich nicht nur ein tolles Projekt für Strick-Anfänger. Auch wenn Sie im Stricken geübt sind, ist es sehr angenehm, wenn Sie zum Beispiel vor dem Fernseher entspannt an der Babydecke arbeiten können.

Doch selbstverständlich können Sie auch andere Muster wählen. Besonders gut geeignet sind alle Muster, die auf beiden Seiten gleich aussehen. Außerdem sollten die Muster keine Löcher haben, an denen das Baby mit seinen kleinen Fingerchen hängen bleiben kann, wenn es in die Strickdecke eingekuschelt ist. Mögliche Varianten wären zum Beispiel:

  • Kraus rechts: Für eine kraus rechts gestrickte Babydecke arbeiten Sie nur rechte Maschen. Sowohl die Hin- als auch die Rückreihen stricken Sie also rechts.
  • Waffelmuster: Ein Waffelmuster mit kleinen Karos entsteht, wenn Sie zunächst zwei Reihen lang im Wechsel je zwei Maschen rechts und zwei Maschen links stricken. In den beiden nächsten Reihen arbeiten Sie abwechselnd zwei linke und zwei rechte Maschen. Diese vier Reihen wiederholen Sie fortlaufend.
  • Patentmuster: Das Patentmuster sorgt für ein dickeres und griffiges Gewebe. Dabei können Sie das Muster entweder mit Umschlägen oder mit tiefer gestochenen Maschen arbeiten.

Ansonsten können Sie auch für Abwechslung sorgen, indem Sie zwischendurch die Farbe wechseln. Genauso können Sie mehrere Muster miteinander kombinieren. Lassen Sie Ihrer Kreativität ruhig freien Lauf!