Häkeln Luftmasche: Darauf kommt es an

Aktualisiert am von Selda Bekar

Anleitung zu Häkeln Luftmasche
Ohne die Luftmasche geht es beim Häkeln nicht.

Obwohl die Luftmasche die einfachste aller Maschen ist, ist sie gleichzeitig eine der wichtigsten Maschen beim Häkeln. Ein Grund dafür ist, dass fast alle Häkelarbeiten mit Luftmaschen beginnen. In die Luftmaschen, die am Anfang angeschlagen werden, werden die übrigen Maschen gearbeitet. Ein anderer Grund ist, dass die Luftmasche die Basis für die sonstigen Maschen bildet, die es beim Häkeln so gibt. Von Luftmaschen zu festen Maschen oder Stäbchen ist es nur ein kleiner Schritt. Bleibt aber die Frage, wie Luftmaschen gehäkelt werden. Das erklären wir in dieser Anleitung!

Wenn es so etwas wie die Mutter aller Häkelmaschen gibt, dann wäre das die Luftmasche. Denn alle anderen Maschen beim Häkeln basieren auf der Luftmasche. Und auch der Großteil aller Häkelmuster wäre ohne Luftmaschen nicht möglich.

Deshalb ist die Luftmasche die erste Masche, die Sie beim Häkeln lernen sollten. Aber keine Sorge: Das Häkeln von Luftmaschen ist sehr einfach. Selbst wenn Sie als absoluter Anfänger zum ersten Mal eine Häkelnadel in die Hand nehmen, brauchen Sie höchstens ein paar Minuten, um diese Masche zu lernen. Und wenn Sie ein paar Maschen geschafft haben, gehen alle weiteren wie von selbst.

Also schnappen Sie sich etwas Wolle und eine Nadel – und dann fangen wir an!

Zuerst die Anfangsschlinge

Bevor Sie mit dem Häkeln von Luftmaschen starten können, müssen Sie erst einmal eine Anfangsschlinge bilden. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Vom Stricken kennen Sie bestimmt den sogenannten Kreuzanschlag. Ihn können Sie auch beim Häkeln verwenden, um die erste Schlinge zu bilden.

Grafik 1 zu Häkeln LuftmascheEine andere Möglichkeit ist der Luftmaschenanschlag. Hier entsteht die Schlinge durch das Häkeln einer Masche. Bei dieser Masche handelt es sich um eine Luftmasche. Daher hat der Anschlag auch seinen Namen. Die Vorgehensweise dabei ist wie folgt:

  • Sie nehmen ein Stück Garn, führen den Faden hinter dem kleinen Finger der linken Hand vorbei, holen ihn nach vorne und klemmen ihn zwischen dem kleinen Finger und dem Ringfinger ein.
  • Dann legen Sie den Faden nach rechts, führen ihn zwischen dem Mittel- und dem Zeigefinger nach hinten und wickeln ihn einmal gegen den Uhrzeigersinn um Ihren Zeigefinger herum.
  • Als nächstes wickeln Sie den Faden einmal im Uhrzeigersinn um Ihren Daumen herum und legen ihn über dem Faden, der zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger verläuft, in Ihre Handfläche.
  • Jetzt ist die Anfangsschlinge an der Reihe. Dafür schieben Sie die Häkelnadel von unten in die Schlinge an Ihrem Daumen. Dann greifen Sie den Faden, der vom Zeigefinger kommt, mit dem Haken der Nadel und ziehen ihn durch die Daumenschlinge durch.
  • Nun lassen Sie den Faden von Ihrem Daumen gleiten und ziehen den Faden etwas an.
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So liegt die erste Schlinge auf Ihrer Nadel. Und keine Angst: Das Ganze ist viel einfacher, als es in der Theorie klingt.

Sie können es sich aber noch leichter machen. Denn auch mit der Knotenmethode können Sie die Anfangsschlinge bilden. Dazu knüpfen Sie einen lockeren Knoten in Ihr Garn. Anschließend schieben Sie die Häkelnadel in den Knoten und ziehen ihn leicht zusammen. Das war’s schon.

Das Häkeln: Luftmasche Schritt für Schritt erklärt

Wenn die erste Schlaufe auf der Nadel liegt, sollten Sie den Faden noch einmal richtig positionieren. Am Anfang belassen Sie es dabei am besten bei der klassischen Haltung. Dazu klemmen Sie den Faden zwischen dem kleinen Finger und dem Ringfinger ein und wickeln ihn locker ein- oder zweimal um Ihren Zeigefinger herum.

Dieser Fadenverlauf hilft dabei, eine gleichmäßige Spannung zu halten. Dadurch werden auch die Maschen einheitlich. Später werden Sie wahrscheinlich Ihre eigene Technik entwickeln, wie Sie den Faden am besten halten.

Nun kommt aber endlich die erste Luftmasche. Diese häkeln Sie wie folgt:

  • Die Häkelnadel, auf der die Anfangsschlinge liegt, halten Sie in der rechten Hand.
  • Mit Daumen und Mittelfinger der linken Hand halten Sie den kleinen Knoten unter der Anfangsschlinge fest.
  • Dann erfassen Sie den Faden, der vom Zeigefinger kommt, von unten mit dem Haken Ihrer Häkelnadel.
  • Nun ziehen Sie die Nadel mit dem Faden durch die Anfangsschlinge dadurch.
  • Dadurch liegt auf Ihrer Nadel eine neue Schlinge. Gleichzeitig haben Sie damit Ihre erste Luftmasche gehäkelt.
  • Für die nächste Masche greifen Sie wieder den Faden und ziehen ihn erneut durch die auf der Nadel liegende Schlinge.

Diesen Ablauf wiederholen Sie für alle weiteren Luftmaschen, die Sie häkeln wollen. Also jeweils den Faden holen und durch die Schlinge ziehen, die gerade auf der Nadel liegt. Nehmen Sie dabei ruhig Ihre linke Hand zu Hilfe, um die schon gehäkelten Maschen festzuhalten.

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Wenn Sie mehrere Maschen gehäkelt haben, bildet sich eine Kette. Diese Kette nennt sich Luftmaschenkette.

Das Zählen der Luftmaschen

2. Grafik zu Luftmasche häkelnBei den meisten Anleitungen müssen Sie zu Beginn eine bestimmte Anzahl an Luftmaschen häkeln. Und dabei ist sehr wichtig, dass Sie richtig zählen. Sonst bauen Sie gleich am Anfang einen Fehler ein.

Für das Zählen gilt: Sie lassen sowohl die Anfangsschlinge als auch die Schlaufe auf Ihrer Nadel außen vor. Sie zählen stattdessen immer nur die Luftmaschen, die Sie tatsächlich gehäkelt haben.

Angenommen, in Ihrer Häkelanleitung steht, dass Sie eine Luftmaschenkette aus acht Maschen anschlagen sollen. Dann bilden Sie zunächst die Anfangsschlinge. Anschließend häkeln Sie die acht Luftmaschen. Erst nach der achten Luftmasche ist Ihre Kette fertig.

Würden Sie die Anfangsschlinge und die Arbeitsschlinge auf Ihrer Nadel mit einrechnen, hätten Sie für Ihre Häkelarbeit zwei Maschen zu wenig.

Arbeiten Sie die Maschen locker

Nach dem Anschlag der Luftmaschen geht es meist mit anderen Maschen weiter. Das können zum Beispiel feste Maschen oder Stäbchen sein. Um diese Maschen zu arbeiten, müssen Sie mit Ihrer Häkelnadel in die Luftmaschen einstechen. Und damit das gut klappt, ohne dass Sie ewig herumfummeln müssen, sollten Sie die Luftmaschen grundsätzlich lieber etwas lockerer häkeln.

Lockere Luftmaschen erreichen Sie, wenn Sie die Nadel ziemlich weit durch die jeweilige Schlaufe schieben und dann nach oben ziehen. Dadurch weiten Sie die Schlinge.

Bleiben Ihre Luftmaschen trotzdem noch zu eng oder werden sie unregelmäßig, können Sie zu einer größeren Häkelnadel greifen. Wenn Sie eine Nadel nehmen, die eine halbe oder eine ganze Stärke dicker ist, werden Ihre Maschen automatisch größer. Für die erste Reihe oder Runde wechseln Sie dann zu der Nadelgröße, die zu Ihrem Garn passt oder in der Anleitung empfohlen wird.

Wo Ihnen beim Häkeln die Luftmasche überall begegnet

Dass Sie eine Häkelarbeit in den meisten Fällen mit einzelnen Luftmaschen oder einer Luftmaschenkette beginnen, ist noch lange nicht alles. Vielmehr werden Sie die Luftmaschen die ganze Zeit über begleiten.

Häkeln Sie in Reihen, arbeiten Sie am Anfang jeder Reihe eine oder mehrere Luftmaschen. Diese Maschen brauchen Sie, um die Höhe auszugleichen. Würden Sie die Luftmaschen weglassen, wären die Ränder Ihrer Häkelarbeit krumm und schief.

Auch wenn Sie geschlossene Runden häkeln, starten Sie jede Runde mit Luftmaschen. Die einzige Ausnahme bilden Spiralrunden. Weil sie keinen Anfang und kein Ende haben, sondern wie eine Spirale immer im Kreis herum gehen, können Sie hier auf zusätzliche Maschen zum Höhenausgleich verzichten.

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Die Anzahl der notwendigen Luftmaschen richtet sich nach der Maschenart. Bei einer festen Masche brauchen Sie eine Luftmasche, um auf die richtige Höhe zu kommen. Bei Stäbchen sind es zwei und bei Doppelstäbchen drei Luftmaschen.

Anfangs-, Ersatz- und Wendeluftmaschen

Die Luftmaschen am Anfang einer Reihe oder Runde heißen auch Anfangs-Luftmaschen. Und manchmal werden Sie als sogenannte Ersatz-Luftmaschen gearbeitet. In diesem Fall ersetzen sie die ersten Maschen des eigentlichen Häkelmusters.

Arbeiten Sie zum Beispiel mit festen Maschen, beginnen Sie die Reihe oder Runde mit einer Luftmasche. Die erste feste Masche häkeln Sie in die zweite Masche der Vorreihe oder -runde. Denn Ihre Ersatz-Luftmasche ist schon der Ersatz für die erste Masche.

Eine andere Variante sind die Wendeluftmaschen. Sie heißen so, weil Sie gehäkelt werden, bevor die Arbeit für die nächste Reihe gewendet wird. Im Unterschied zu den Anfangs- und Ersatzluftmaschen häkeln Sie die Wendeluftmaschen also am Ende einer Reihe.

Dabei zählen Sie die Wendeluftmaschen nicht mit. Die nächste Reihe beginnen Sie deshalb ganz normal mit der ersten Masche.

Aber keine Sorge: In einer Anleitung ist immer angegeben, ob und wie viele Anfangs-, Ersatz- oder Wendeluftmaschen Sie häkeln müssen.

Häkelmuster

Ein weiterer Einsatzbereich von Luftmaschen sind Häkelmuster. Vor allem bei Lochmustern sorgen die Luftmaschen für die Löcher und verbinden die einzelnen Mustersätze miteinander. Und auch wenn Sie Knopflöcher oder Schlitze für Henkel häkeln, überbrücken Sie die Ausschnitte mit Luftmaschen.

Das Schließen einer Luftmaschenkette zum Ring

Bei einer Häkelarbeit in Runden beginnen Sie ebenfalls mit einer Kette aus Luftmaschen. Diese müssen Sie dann zu einem Ring schließen. Das geschieht, indem Sie eine Kettmasche häkeln.

Kettmaschen sind kleine und flache Maschen, die optisch kaum auffallen. Ihre Aufgabe besteht aber auch hauptsächlich darin, Ketten zu Kreisen zu verbinden. Eine Kettmasche geht so:

  • Nachdem Sie die letzte Masche der Kette gehäkelt haben, liegt die Arbeitsschlinge auf Ihrer Häkelnadel.
  • Sie greifen nun das andere Ende der Luftmaschenkette und stechen die Nadel durch die erste Luftmasche durch.
  • Damit haben Sie zwei Schlingen auf der Nadel, nämlich die Arbeitsschlinge und die Luftmasche.
  • Nun holen Sie den Faden und ziehen ihn in einem Zug durch die beiden Schlingen.

Durch die Kettmasche haben sich die Luftmaschen zum Ring verbunden und auf Ihrer Nadel liegt wieder nur eine Schlinge. Sie können die erste Runde jetzt so häkeln, wie es Ihre Anleitung vorsieht.