Hüttenschuhe sind streng genommen eine Mischung aus Socken und Hausschuhen. In aller Regel sind Hüttenschuhe etwas dicker als normale Wollsocken, haben jedoch keine Sohle im eigentlichen Sinne, so dass sie sich nicht eignen, um damit nach draußen zu gehen. Da Hüttenschuhe mit Socken verwandt sind, sind sie in aller Regel weich und kuschelig und halten zudem die Füße wunderbar warm. Hüttenschuhe selbst zu stricken, ist mithilfe der folgenden Strickanleitung dabei auch für ungeübte Stricker recht einfach.

Die Maschenprobe ist sehr wichtig

Welche Wolle für die Hüttenschuhe verwendet wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Insgesamt eignet sich dicke Wolle besser, allerdings kann auch ein dünnes Garn verwendet werden, das dann doppelt, also mit zwei Wollfäden gleichzeitig, verarbeitet wird.

Sehr wichtig vor dem Stricken der Hüttenschuhe ist jedoch eine Maschenprobe, denn sie entscheidet darüber, wie viele Maschen angeschlagen werden müssen. Für den Anschlag werden so viele Maschen benötigt, dass die Kante der Strickarbeit dem Umfang der Fußsohle entspricht. Es wird also ausgemessen, wie lang die Strecke vom großen Zeh über die Ferse hinweg bis zum großen Zeh zurück ist. Diese Länge wird dann auf die Maschenzahl umgerechnet, die anhand der Maschenprobe für 10cm benötigt wird. Beträgt der Fußsohlenumfang beispielsweise 30cm und sind für 10cm 24 Maschen notwendig, werden für die Hüttenschuhe 72 Maschen angeschlagen. Dabei kommt dann noch eine weitere Masche dazu, damit die Maschenzahl ungerade ist.

So werden die Hüttenschuhe gestrickt

Die ermittelte ungerade Maschenzahl wird angeschlagen. Die Hüttenschuhe werden kraus rechts gestrickt, was bedeutet, dass die Maschen in den Hin- und den Rückreihen alle als rechte Maschen gestrickt werden. Nun werden so viele Reihen gestrickt, dass die Anzahl der Reihen etwa einem Zehntel der angeschlagenen Maschen entspricht. Wurden beispielsweise 50 Maschen angeschlagen, werden 5 Reihen gestrickt, bei 75 Maschen wären es 8 Reihen und bei 110 Maschen 11 Reihen.

Danach beginnt der Teil, in dem der Hüttenschuh seine Form erhält. Dazu werden in den folgenden Reihen immer die beiden Maschen vor und nach der mittleren Masche zu einer Masche zusammengestrickt. Wurden beispielsweise 75 Maschen angeschlagen, ist Masche 38 die mittlere Masche. In der ersten Reihe werden dann die ersten 35 Maschen gestrickt. Die 36. und die 37. Masche werden zusammengestrickt, die 38. Masche normal gestrickt, die 39. und die 40. Masche wieder zusammengestrickt und die restlichen 35 Maschen normal abgestrickt. In der nächsten Reihe hat sich die Maschenzahl auf 73 Maschen reduziert, so dass jetzt die 37. Masche die mittlere Masche ist. Somit werden nun die 35. und die 36. sowie die 38. und die 39. Masche zusammengestrickt. So geht es nun immer weiter, bis nur noch die Hälfte der ursprünglich angeschlagenen Maschen vorhanden ist.

Hüttenschuhe Strickanleitung 1
Hüttenschuhe Strickanleitung 2

Jetzt wird der Schaft des Hüttenschuhs gestrickt. Dazu werden alle Maschen, die sich jetzt auf der Nadel befinden, ganz normal abgestrickt. Die Anzahl der Reihen entspricht auch hier wieder einem Zehntel der ursprünglich angeschlagenen Maschen. Danach werden alle Maschen abgekettet und der Schuh zusammengenäht. Dies sollte am besten mit dem Matratzenstich erfolgen, da so eine flache Naht entsteht, die später nicht stört.